#05_26 // Nina Anabelle Märkl
TARIERUNG
24.07.26 - 27.09.26
TARIERUNG - Eine Ausstellung von Nina Annabelle Märkl
Tarierung ist der Ausgleich zwischen Kräften, zwischen Auftrieb und Abtrieb mit den zur Verfügung stehenden Mitteln: dem eigenen Körper, der Verschiebung von Gewichten.
Sie ist ein stetiger, nicht abschließbarer Prozess. Sie braucht Spannung. Sie zielt auf einen neutralen Zustand.
Die Balance will erzeugt und gehalten werden da sonst das gesamte Bild, einem Vexierspiel gleich, in eine andere Perspektive springt. Da ist das Stolpern, da ist der Kipppunkt.Die Schnittstelle zwischen Kipppunkt und Gleichgewicht ist ein Moment der Stille, der Reglosigkeit zwischen zwei Atemzügen.Der Vorbote des Kollabierens, des Fallens von Dingen.Die Dinge auf Tara stellen. Alles Überflüssige wegnehmen, die Distraktion, die Verpackung, bis rein die Substanz übrigbleibt oder ihr Fragment. Das ist Zeichnen.Die Zeichnung im Raum entwickelt modulare Systeme punktueller Verknüpfungen, die sprunghaft und flexibel Gestalt und Bedeutung verändern können und in jeder ihrer Momentaufnahmen das Gesamt ihrer möglichen Ausprägungen in sich tragen.Die Zeichnung ist ein Möglichkeitsinstrument: Die Verhältnisse und Räume, die sie auslotet, sind nach Außen gestülpte Innenräume in wechselnden Aggregatszuständen. Dieser Raum ist eine Art Kabinett.
Im super+CENTERCOURT entsteht eine durchlässige zeichnerische Rauminstallation, die sich zwischen Decke, Wand und Raum aufspannt und sich über Kupferrohr, abgehängte und verspannte Zeichnungen auf Leinwand, gewachste Anglerschnur und Gewichte austariert. Gedanken, Bilder und Fragmente versammeln sich zwischen Logik und Absurdität um gemeinsam einen losen Raumkörper zu bilden. Punktuell und momentan.
Die Arbeiten von Nina Annabelle Märkl bewegen sich an der Schnittstelle zwischen Zeichnung, Installation und Skulptur.Technische Fragmente, Phänomene des Alltags, Zitate aus der Kunst- und Kulturgeschichte verschmelzen zu neuen, eklektischen Gebilden, die das menschliche Leben in der Gleichzeitigkeit digitaler und analoger Erfahrungen mit analogen Mitteln widerspiegeln.
Das Selbst wird als durchlässiges System betrachtet: eine vielschichtige und multiperspektivische Collage aus sich ständig verschiebenden Ebenen und Verbindungen, die ihre fragile Identität in der Ambivalenz unterschiedlicher Wahrnehmungskonzepte offenbart.
Nina Annabelle Märkl (geboren 1979), studierte von 2002 bis 2009 an der Akademie der Bildenden Künste München mit dem Fokus auf Zeichnung, Bildhauerei und Installation bei Prof. Stephan Huber. Zuletzt waren ihre Arbeiten im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg und im DG Kunstraum (2026), im Museum für Moderne Kunst in Zagreb, dem Museum der Schönen Künste in Split, und der Städtische Galerie Traunstein (2025) zu sehen.
Seit 2011 ist sie als Lehrbeauftragte für Zeichnung an der AdBK in München tätig.
Website: www.ninamaerkl.com
Instagram: @nina_annabelle_maerkl
